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2014sb-83 [2017/06/13 20:56]
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2014sb-83 [2019/03/25 16:04] (aktuell)
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 +* Erläuterungen zum Inventar siehe [[Legende]]
  
 +==== Objekt-Nr. 2014SB-83 ====
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 +===== A. S. Wolf, Hamburg ​ / D =====
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 +===== 10 Klappen - Flöte in C =====
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 +===== um 1825 =====
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 +{{ :83-1.jpg |}}
 +{{:​83-2.jpg?​250|}}{{ :​83-6.jpg?​450|}}{{ :​83-4.jpg?​100|}}{{ :​83-3.jpg?​200|}}
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 +**Konstruktion:​** ​ Ebenholz. 3teilig (Herz- und Fussteil zusammen). H-Fuss. Bohrung konisch. Garnituren, Kappe und Korkspindel mit Indexstift aus Elfenbein. Kopfstück mit speziellem Stimmzug, der sich durch einen Hebel mit dem linken Daumen verschieben lässt. Klappen aus Silber; flache runde Deckel; Lederpolster. Klappenlagerung in Metallsätteln;​ Achsen geschraubt. B-Klappe doppelt, mit leicht verschobenen Tonlöchern ( ev. enharmonisch?​). Zusatzhebel für Gis (für rH 2 oder 3). Cis-Klappe für lH 4. H-Klappe für rH 4, Hebel über die C-Klappe geführt. Tonloch für E schräg gebohrt. Zusätzliches (Schall?​)Loch am unteren Rohrende, ev. zur Verbesserung der hohen Lage*.
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 +**Masse:** Lt 74.5 / Ls 66.0 / Dm 19.0 – 10.3 / ML 11.25 x 9.15 / A1 = ca. 442 Hz
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 +**Signatur:​** auf Mittelteil und Rohrende ​ / (Sonne) / A. S. WOLF / HAMBURG / (Sonne) /. Auf Kopfstück und Stimmzug / (Sonne) /
 +|**Zustand:​**| 2| Kopfstück,​ Stimmzug und Mittelteil mit mehreren reparierten Rissen. Kopfstück mit Haarriss|
 +|**Spieleigenschaften:​**| 3| heller,​ etwas flacher Klang.Intonation akzeptabel; Cis hoch, tiefe Töne ab D1 hinunter sehr tief|
 +|**Seltenheit:​**| 3| nach aktuellem Wissensstand existieren heute nur noch ganz wenige Exemplare|
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 +**Hersteller:​** Die Lebensdaten von A. S. Wolf sind nicht bekannt, ausser dass er 1809 in Hamburg als Reparateur für Holzblasinstrumente inserierte. Wolf baute Flöten mit einer speziellen Hebelübertragung für den linken Daumen zur Betätigung des Stimmzuges während des Spielens – eine Erfindung des Hamburger Flötisten Peter N. Petersen (1761 – 1830), welche erstmals 1822 in der ‚Allgemeinen Musikalischen Zeitung‘ (Nr. 18, 1. May 1822) unter  dem Titel ‚Über P. N. Petersens Verbesserungen an der Flöte‘ beschrieben wurde:
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 +//… P.(etersen)hat durch unermüdetes Nachdenken und vielfache Versuche einen Mechanismus erfunden, der wegen seiner Wirkung und Einfachheit gleich schätzbar und empfehlenswerth ist: Ein kleiner Hebel von 1 Zoll Länge, durch den Daumen der linken Hand äusserst leicht zu bewegen, ist es, wodurch die Flöte im Augenblicke um 1/8 Ton höher oder tiefer gestimmt und während des Spiels beym Crescendo oder Decrescendo vollkommen rein erhalten wird; mit Hilfe einer an diesem Mechanismus angebrachten Stimmschraube ist die Flöte mit leichter Mühe zu stimmen, ohne die Wirkung des Hebels zu unterbrechen. ... S. Wolf in Hamburg, ein Schüler des berühmten Rissler, arbeitet schon seit mehreren Jahren nach P.s freundschaftlicher Anleitung, hat besonders dessen Verbesserungen mit grosser Genauigkeit ausgeführt und soll jetzt, wie P. versichert, ein wahrer Meister seiner Kunst seyn. …//
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 +Wie viele Flöten nach Petersens Konzept von Wolf oder anderen Instrumentenmachern gebaut worden sind, ist unbekannt. Nach aktuellem Wissensstand existieren heute nur noch ganz wenige Exemplare.
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 +*Über den Einfluss der Rohrlänge auf die Höhe schreibt A. B. Fürstenau 1826 in seiner Methode:
 +//... Die am Fussstücke angegebene H-Klappe wäre auch noch leicht zu entbehren, trüge sie nicht zu einer besseren Höhe bei. ...//