Eine Sammlung ohne adäquate Dokumentation ihrer Objekte schöpft nur die Hälfte ihres Potentials aus. Ich habe deshalb die wichtigsten Informationen zu den Instrumenten in einem Inventar aufgenommen. Die Angaben folgen den Empfehlungen von Arnold Myers*, Cambridge, wenn auch in stark vereinfachter Form. Zusammen mit den Fotos ermöglichen die ausgewählten Informationen eine ausreichende Charakterisierung der Objekte, verzichten jedoch auf Angaben, welche nur durch aufwändige Recherchen zu beschaffen sind. Dies führt zwangsläufig zu Unsicherheiten – mit (?) markiert -, zu Fehlern und Lücken. Ergänzungen und Korrekturen sind deshalb willkommen. Zur Beschaffung fehlender Details, welche für Wissenschaftler oder Flötenbauer von Bedeutung sind, stehen die Instrumente zur Verfügung.
*Arnold Myers, Cataloguing Standards for Instrument Collections, in: CIMCIM Newsletter No. XIV, 1989


Der Zugang zu den einzelnen Inventareinträgen unter Inventar führt über eine Liste, in welcher sämtliche Sammlungsobjekte mit ihrer Objektnummer, einer Kurzbeschreibung, ihrem Entstehungsjahr und einer allfälligen Angabe ihres Klangbeispiels aufgeführt sind. Diese Liste ist nach Flötentypen gegliedert: Sie beginnt mit den klappenlosen Querflöten und führt über ein- bis vielklappige Instrumente zu den Böhmflöten und ihren Verwandten, dann zu den Terz-und Piccolo-Flöten, zu den Alt- und Bass-Flöten und schliesslich zu den Pfeifen und Schwegeln.


Jeder Inventareintrag umfasst die Beschreibung des Objektes, seine Beurteilung sowie Angaben zum Hersteller. Nähere Erläuterungen zu diesen Informationen sind der Legende zu entnehmen. Die Beurteilung der Instrumente nach Zustand, Spieleigenschaften und Seltenheit erfolgt mit einer ‚Benotung‘ von jeweils 1-3 Punkten. Diese liefert die Grundlage für eine grobe Bewertung der Instrumente: Je höher die Punktzahl aller drei Kriterien, desto höher ihr Sammlerwert. Dieser darf aber nicht unbesehen mit ihrem ‚Nutzungswert‘ gleichgesetzt werden: Ob und unter welchen Bedingungen ein originales Instrument gespielt werden kann, muss im Einzelfall geklärt werden.


Zweifellos hängt die Beurteilung der Spieleigenschaften - insbesondere die Charakterisierung des Klanges - stark vom jeweiligen Spieler ab. Um eine gewisse Einheitlichkeit in der subjektiven Beurteilung zu erreichen, wurden sämtliche Flöten von derselben Person (Anne Pustlauk) gespielt und der entsprechende Inventareintrag im Dialog mit dem Sammler (Ulrich Halder) formuliert. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie schwierig die Charakterisierung eines Klanges in Worten ist, fehlt uns doch weitgehend ein entsprechendes 'standardisiertes' Vokabular.